Gesamtschule Walsum 1987 bis 2016 – Schulgeschichte(n)

Zusammengetragen von Jürgen Jahnke

 

So fing es an!

1987 bis 1996: Gründung und Aufbau

 

Im Frühjahr 1987 beschließt der Rat der Stadt Duisburg, auch im Stadtteil Walsum eine Gesamtschule zu errichten. Der Errichtungsbeschluss sieht eine fünfzügige Sekundarstufe I und eine dreizügige Sekundarstufe II mit Unterbringung im Schulzentrum Driesenbusch vor. Im Mai 1987 beginnen die umfangreichen Vorarbeiten für einen geordneten Unterrichtsbetrieb für die 137 angemeldeten Schüler und das 14-köpfige Gründungskollegium. Zuerst ist die Schule räumlich auf das Gebäude an der Waldstraße beschränkt, der Bezug des Gebäudes Kurze Straße erfolgt erst zwei Jahre später mit dem Übergang der „Pilotschüler“ in den 7. Jahrgang.

Der Neubau, der die Mensa und das Pädagogische Zentrum (kurz „PZ“ genannt) beherbergen soll, kann erst mit einer einjährigen Verspätung zum Schuljahresbeginn 1990/91 festlich eingeweiht und bezogen werden.

Der Errichtungsbeschluss von 1987 wird korrigiert: Auf Grund der alljährlich alle Erwartungen übertreffenden hohen Anmeldezahlen (212 – 292) wird die generelle Sechszügigkeit der Sekundarstufe 1 beschlossen. Schon recht früh, im Herbst 1992, beginnen die Vorbereitungen zum Aufbau der gymnasialen Oberstufe, die dann im Schuljahr 1993/94 mit achtundvierzig 11er Schülern die Arbeit beginnt.

Der verzögerte Baubeginn des neuen Schulgebäudes am Beckersloh, das die Jahrgänge 9 und 10 sowie die Oberstufe aufnehmen soll, erzeugt eine Art von geordnetem Chaos, denn der 11. Jahrgang sowie viele Klassen der Sekundarstufe 1 müssen kreuz und quer im Gebäude Kurze Straße untergebracht werden und der komplette 6. Jahrgang wird in das alte Hauptschulgebäude am Nünninghof ausgelagert.

Erst im Frühjahr 1995 kann das neue Beckersloh-Gebäude bezogen werden: Die Gebäudeübernahme wird im Rahmen der offiziellen Einweihung am 10. Juni 1995 natürlich gebührend mit einem gut besuchten Schulfest gefeiert.

Mit dem Eintritt unserer „Pilotschüler“ in den 13. Jahrgang und mit der Zuweisung der letzten elf zusätzlichen neuen Kollegen endet die Aufbauphase der Gesamtschule Walsum. Mit einem nunmehr 90-köpfigen Kollegium ist unsere Schule stellenmäßig für kurze Zeit voll besetzt: Immerhin wollen zu diesem Zeitpunkt ca. 1150 Schülerinnen und Schüler ausgebildet und erzogen werden.

Und genau diese knapp 1200 Menschen gruppieren sich im April 1996 auf der Wiese zwischen unserer Schule und dem benachbarten Gymnasium, um vom Team eines professionellen Fotostudios auf Zelluloid gebannt zu werden (Anmerkung: Heute macht man so etwas wohl eher digital.) Das vom Förderverein finanzierte, drei Quadratmeter große Foto verschönert seitdem den Verwaltungstrakt Kurze Straße.

Wie aber steht die Gesamtschule Walsum nach erfolgtem Aufbau nun da? Mit ihren vier Schulgebäuden und den drei Schulhöfen, durch die auch noch ein öffentlicher Weg verläuft, ist unsere Schule nicht so „kompakt“ wie manch andere Schule, doch sie ist eine – was sich auch in ihrem Namen widerspiegelt – etablierte, akzeptierte und stark angewählte Stadtteilschule mit stabiler gymnasialer Oberstufe.

 

So ging es weiter!

1997 bis 2016: Ausbau und Wandel

 

Schule unterliegt naturgemäß einem Wandel, auch einem inhaltlichen. Der Übergang in das neue Jahrtausend verläuft eher ruhig und beschert unserer Schule einige unspektakuläre Neuerungen: die Profil- und Klassenneubildung ab Klasse 9 wird auf den Weg gebracht und Jahre später wieder abgeschafft, „Darstellen & Gestalten“, „Praktische Philosophie“, „Pädagogik“ sowie viele neue „Neigungsfächer erweitern das Fächerangebot, ein M.I.N.T. – bzw. NW – Tag erfreut sich seit Jahren zunehmender Beliebtheit und zwei Sozialpädagoginnen nehmen ihren Dienst an der Gesamtschule Walsum auf. 

Aber auch die Kooperation von Schule und Wirtschaft gewinnt zunehmend an Bedeutung: Von den Kooperationsvereinbarungen unserer Schule mit der Walsumer Wirtschaftsgemeinschaft sowie namhaften Großbetrieben profitieren unsere Schülerinnen und Schüler. Die Berufspraktika, zunächst in den Jahrgängen 9 und 12 etabliert, werden derzeit in den Jahrgängen 9, 10 und 11 durchgeführt. Zeitweise organisierte unsere Schule in Zusammenarbeit mit der IHK den „Berufetag“, der unter großem Zulauf der Schülerinnen und Schüler aus Duisburgs Norden und unter Beteiligung von im Schnitt 30 Unternehmen in der Statthalle Walsum stattfand. Doch dann ist es mit dem sanft verlaufenden Wandel plötzlich zu Ende und von der Politik hervorgerufene Änderungen sorgen in den letzten Jahren zunehmend für hektische Aktivitäten auf Seiten von Schülern, Eltern und Lehrern. In die Hinterköpfe der Schulgemeinde(n) meißeln sich Schlagworte wie

  • Schulprogramm und Selbstständige Schule
  • Qualitätssicherung und Evaluation
  • Lernstandserhebungen und Zentrale Abschlussprüfungen
  • Schulinspektionen und Schulzeitmodelle (G8 vs. G9)
  • Kernlernpläne und Schulgesetz
  • Gemeinschaftsschulen und Haupt- / Realschulsterben
  • Inklusion und Seiteneinsteigerklassen.

 

Und Theater!

Theater an der Gesamtschule Walsum ist auch ein Dauerbrenner geworden. Nein! Nicht das Theater, das bisweilen undiszipliniert und respektlos erscheinende Schülerinnen und Schüler täglich veranstalten, sondern richtiges Theater – großes Theater: Immer wieder – jedes Jahr aufs Neue gelingt es engagierten Kolleginnen und Kollegen aus den verschiedensten Fachbereichen mit ihren Schülerinnen und Schülern Aufführungen „auf die Bretter zu bringen“, die die Stadthalle bzw. Mensa füllen. Zudem sorgen die 5er Einschulungsfeier, die 10er Entlass- und die Abiturfeier für Unterhaltung und Kurzweil anlässlich einiger Höhepunkte im Schuljahr.